• Sonja Stirnimann

Erfolg: Muss man wählen?

Aktualisiert: Jan 10


Wir haben die Wahl? Ja. Wir müssen wählen? Nein. Das wollte man mir aber mehr als drei Jahrzehnte lang weis machen. Sport oder Karriere oder Familie oder Freizeit. Was mich daran störte? Das Wort «oder».



«Integrity matters» – was mich antreibt


Auch in diesem Beitrag wollte ich Ihnen fachliches vermitteln; Sie zum Denken und Analysieren anregen und auf den Weg schicken, mit ein paar Ideen. Doch dann kam mir etwas dazwischen.


Enttäuschung über eine unserer Bundesrätinnen, die ihren persönlichen Frust nun auf die Gesellschaft projiziert indem sie aussagt, dass man sich als Frau entscheiden müsse und nicht alles haben kann. Zur selben Zeit gibt es ein berührendes Video von Nicola Spirig, die vorlebt, dass es auch anders geht. Sie ist Sportlerin aus Leidenschaft. Mutter aus Liebe. Wenn das keine Ansage ist von einer Leistungssportlerin. Sie steht dazu, Ihre Leidenschaft und Liebe zu vereinbaren. So wie ganz viele tolle Persönlichkeiten dies ebenfalls leben und vorleben. Diese Vorbilder prägen unsere Gesellschaft positiv.



Mein Warum


Diejenigen Leserinnen und Leser, die mich bereits kennen wissen, was es war, das mir dazwischenkam. Ja, genau. Mein «Warum». Das, was mich wirklich antreibt. Seit Kindsbeinen. Die Integrität. Heute zeigte sie sich ein einer ganz besonderen Form. Derjenigen, des tun und lassen, was für mich und meinen Weg stimmt. Unbeirrt von den Meinungen der Gesellschaft über die höchstmögliche Anzahl an Rollen, die ein Mensch in seinem Leben wahrnehmen dürfe.


Geleitet von Stereotypen


Einer (oder mehreren) spannenden beruflichen Aufgabe nachzugehen ist ein «Fulltime-Job». Damit bin ich absolut einverstanden. Die Gedanken sind fast rund um die Uhr präsent und ein Abschalten weit entfernt. In 90% der Fälle , weil es Spass macht und spannend ist. Aber ist das die ganze Wahrheit?


Komplett ausgelastet – weil es ja ein Fulltime-Job ist – konnte ich es trotzdem nie lassen, meinen Gedanken an das eigene Unternehmen immer wieder Raum zu geben. Bereits im Vorschulalter war dieser Traum präsent. Selbstverständlich wurde er immer wieder belächelt und heruntergespielt. Etwas schlaues solle ich lernen. Die typischen Glaubenssätze und Stereotypen meiner Generation. Auch das Schlaue was ich gelernt habe war spannend und ebnete den Weg für das Unternehmertum auf seine Weise.


Und da war noch das eine Seminar. Die Aufgabe war, seine eigene Vision über das Leben aufzuschreiben und den anderen der Dreier-Gruppe zu präsentieren. Meine Vision war klar. Auch konnte ich sie so formulieren, dass sie verstanden wurde. Hätte verstanden werden können. Geerntet habe ich ein Kopfschütteln. Wie sollte diese Vision auch nur annähernd umgesetzt werden? Die bringt nie alles unter einen Hut. Die Diskussion war kurz. Zwei gegen eine. Konkret. Drei gegen meine Vision.


Nur einer wusste es nicht und tat es


Und genau zu dieser Sorte gehöre ich. Und hoffentlich auch Sie. Genauso wie alle anderen, die zum ersten Mal Unternehmer, Mutter oder Vater werden. Man weiss es schlichtweg vorher nicht, was auf einen zukommt. Und das ist gut so. Die Angst wäre enorm. Oft wäre sie zu gross.


Es braucht eine grosse Portion Mut, seinen eigenen Weg zu gehen.

Mit dem Tun lernen wir. Wir lernen Prioritäten zu setzen und insbesondere dankbar zu sein, für das was ist und Platz hat. Ich bin überzeugt davon, dass es dazu keinen dieser angsteinflössenden Hüte braucht, sondern eine grosse Portion Mut, seine eigenen Wege zu gehen. Seine eigene Kombination zu finden. Sei dies der Leistungssport, die berufliche Karriere, die Familie, ein Hobby oder was auch alles Platz haben soll im eigenen Leben.


Was ich mit Leidenschaft kombiniere? Meine Rollen als Mutter, Unternehmerin, Verwaltungsrätin und Sportlerin. Dies tun zu können ist ein Privileg, für das ich enorm dankbar bin. Jeden Tag von neuem. Und ich will anderen Persönlichkeiten Mut machen, ihre eigenen Rollen der Leidenschaft ebenfalls zu finden und zu kombinieren. Ja, man kann Passion und Liebe mit den jeweiligen unterschiedlichen Rollen kombinieren und leben - nicht alle zur gleichen Zeit aber davon war auch nicht die Rede.


In dem Sinne, Ihre passionierte

Sonja Stirnimann


PS: wann sind Sie zum letzten Mal für Ihre eigene Integrität und Leidenschaft eingestanden? Wann haben Sie es nicht gemacht? Und wann werden Sie es das nächste Mal tun? Ich weiss bereits heute, was auf meiner «Bucketlist» diesbezüglich steht.

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