• Sonja Stirnimann

Happy Valentine – Ladies & Gentlemen, schiesst euch nicht ins Abseits!

Aktualisiert: März 13

Ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt. «Leadership» und «Committment» im Sinne von: wie führe ich mich selbst in meinem professionellen Umfeld, Alltagssituationen und unter Druck. Stellen Sie sich folgende Situation vor: In Anwesenheit vom Klienten, weiteren externen Parteien und einer für den Klienten schwierigen Situation lamentiert seine Beraterin über ihren vollen Terminkalender.


Der Stress der anderen


Wie würden Sie sich fühlen als Klient oder Klientin? Diese Aktion der Beauftragten, statt Hand zu bieten bei der Terminfindung – die insbesondere für ihn sehr wichtig ist. Alle – so klingt es auf jeden Fall, wenn ich mich so umhöre – haben den Eindruck sie hätten weniger Zeit als je zuvor. Ein Phänomen, bei all den tollen Gadgets und Tools die unser Leben einfacher, effizienter und produktiver gestalten sollen. Ja, auch ich jongliere Termine die kurzfristig einfach an Priorität gewinnen. Geht nicht gibt’s nicht. Und auch wir generieren diese «Prioritätenverschiebung» bei anderen. Es gilt jedoch ein paar (Erfolgs)Faktoren zu berücksichtigen – im miteinander und für sich selber.


Kommunikation von Zielkonflikten


Was nicht geht: den Klienten in eine noch schwierigere Position zu manövrieren direkt vor den anderen Parteien. Es geht darum, ein Gespür zu entwickeln, welche Rolle man selber innehat und welche Aufgaben man sich selber dieser Rolle zuschreibt. Insbesondere in heiklen Situationen, die für den Klienten noch schwieriger zu ertragen sind als für einen selbst. Auch unter Druck. Gerade hier beobachte ich oft, dass unter Druck die Rolle vergessen wird. Im Beispiel der Beraterin vergass sie, dass sie ihren Klienten begleitet, ihm eine Stütze ist und sicherstellt, dass sie für ihn die bestmögliche Lösung erwirkt. Sie gab ihre Rolle und Position der Stärke auf. Ihr Mandant wurde in dem Moment von ihr verlassen. Der Fels in der Brandung wurde zum dahinschmelzenden Eisberg.


Strategischer Umgang mit Zielkonflikten


So wenig wie möglich und so viel wie notwendig. Das kann eine mögliche Strategie sein. Adressatengerecht. Es gilt jedoch, sich eine situative Strategie zu überlegen. Wer muss was wissen, um seine Arbeit ebenfalls machen zu können? Das ist je nach Situation sehr unterschiedlich. Oft muss es nicht genau in das kleinste Detail gehen -wie bei dieser Beraterin, die alle Anwesenden darüber informierte, dass sie nicht gewillt sei, ihren Hund um 06:00 Uhr zum Dogsitter zu bringen um einen Termin mit ihrem Klienten um 08:00 Uhr wahrnehmen zu können. Achtung: wir sprechen hier von Terminen in der gleichen, sehr übersichtlichen Stadt.


Nein, sie müssen nun nicht mit spitzen Bemerkungen kommen, man dürfe noch sagen, dass man für Haustiere verantwortlich ist. Es geht nämlich nicht darum, sondern um die Art und Weise. Situations- und rollengerecht. Zum Schutz der eigenen Handlungsfähigkeit und Professionalität. Ganz zu schweigen vom persönlichen Reputationsschaden, den man sich zufügt. Ganz ohne zu tun von Dritten.

Der Klient fühlte sich doch in diesem Moment nicht ernst genommen in der Situation. Er hätte jedoch sehr wahrscheinlich absolutes Verständnis, wenn die Angelegenheit unter vier Augen besprochen wird.


Lösung aus der Praxis


Ein gutes Beispiel war ein Geschäftspartner, der sagte er hätte bis 17:00 Uhr Zeit, weil er danach eine Verabredung mit seinem Sohn habe und ihm das wichtig sei. Charmant. Kann man nicht ausschlagen. Der Ton macht die Musik. Er war sich seiner professionellen Rolle sehr bewusst. Ebenso auch seiner weiteren Rolle als Vater, die er ab 17:00 Uhr wieder einnehmen wollte und dafür einstand. Ohne hysterisch zu werden.


Wie vertreten Sie Ihre unterschiedlichen Rollen? Hysterisch oder überlegt? Wie stellen Sie sicher, dass Sie Ihre Professionalität wahren und Reputation schützen – auch in Situationen, die organisatorisch eine Herausforderung sind.


Legen Sie sich einen «Rollenkompass» zu und nutzen sie diesen als Wegweiser in solchen Dilemmasituationen. Ich bin überzeugt, sie werden bei der nächsten Gelegenheit ihre aktuelle Rolle mit Bravour wahrnehmen.


Wir sind doch alles Organisationstalente – in 99% der Fälle. Und für das eine Prozent stossen wir auf Verständnis. Ja, mein Hund muss manchmal bereits sehr früh mit mir Richtung nächstem Termin reisen.


In dem Sinne nutze ich meinen «Rollenkompass» tagtäglich um die ganzen «Prioritätenverschiebungen» auf das Ziel auszurichten.


Ihre Sonja Stirnimann

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