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Remote work: verpöntes – auferlegtes – wertgeschätztes Risiko?

Gestern verpöntes Risiko – heute auf erzwungene Massnahme – morgen ein strategischer Erfolgsfaktor. Ja, das ist Remote work. Egal ob aus dem Home-Office, Think Tank, Co-Working oder der einsamen Insel. Viele von uns sind nun dazu gezwungen anders zu arbeiten als bisher. Ja, richtig gehend «vereinzelt» sind wir unterwegs. Abhängig davon, in welchem Land nur noch zu zweit, zu fünft oder gar nicht mehr im Freien. Ausser für lebensnotwichtige Aktionen.




Angst vor Missbrauch


Der Zustand der weltweiten Pandemie ist erst wenige Wochen alt. Bis dahin gab es eine Minderheit, die sich für remote Arbeit aussprach. Mit starkem Gegenwind der grossen Mehrheit. Skeptisch und mit vielen Stereotypen ist man dem Wunsch nach Effizient, Flexibilität und Selbstbestimmtheit begegnet.


Kritische Stimmen befürchteten undiszipliniertes Arbeiten, mangelnde «Überwachung und Kontrolle» der Mitarbeitenden und somit Missbrauch des Vertrauens. War es die Angst vor dem Neuen? Dem Unbekannten? Die fehlende Fähigkeit zu adaptieren an eine Arbeitswelt, die bereits seit mehreren Jahrzehnten digital unterwegs ist?


Nun werden wir gezwungen umzudenken. Die Frage, ob wir das geschafft hätten ohne diese massiven äusseren Einwirkungen ist einfach zu beantworten und kennen Sie alle.


Vertrauen schaffen


Die Gelegenheit allein – und in diesem Zusammenhang sprechen wir von Remote-Work – verursacht noch lange keinen Verstoss gegen den Code of Conduct und gegen die geltenden Compliance Vorschriften.


So lange kein Motiv besteht und die Rechtfertigung die Dilemmasituation des Entscheidungsträgers nicht besiegt, besteht kein erhöhtes Risiko im Vergleich zur bis anhin bestehenden Arbeitsform der «vor Ort Präsenz».

In der aktuellen Zeit der Krise ist es jedoch umso wichtiger, dass insbesondere diejenigen Mitarbeitenden, welche bisher nicht remote gearbeitet hatten zu stärken. Die teilweise innerhalb von Stunden vollzogene Umstellung auf eine komplett neue Arbeitsform bedarf Zeit und Eingewöhnung.


Dazu kommt, dass die jetzige Situation von vier am Arbeitsleben aktiven Generationen das gleiche verlangt: fern bleiben vom Arbeitsplatz, sich selbst einrichten und miteinander auf eine neue Art und Weise kommunizieren. Die Generation Z bis hin zur Generation der Baby Boomer sind an diesem Arbeitsprozess und der massiven Umstellung der Arbeitsweise beteiligt, involviert und betroffen.

Solidarität heisst auch, für unsere Mitarbeitenden, Partner, Kunden da zu sein, wenn es darum geht, Fuss zu fassen in dieser neuen Welt von remote arbeiten und miteinander kommunizieren.


Remote work: strategischer Erfolgsfaktor


Das gestern noch verpönte Risiko von remote arbeiten gewinnt mit jeder Stunde an Glanz. Die Vorteile werden gesehen, die Lernbereitschaft ist enorm hoch – von jedem einzelnen Individuum auf seine persönliche Art und Weise. Niemand schreit nach einem Kurs, der zuerst absolviert werden muss. «Learning by doing» gewinnt wieder an Popularität. Wie damals, als wir uns vor unseren ersten Computern tummelten und uns das meiste selbst beibrachten.

In Zukunft können diese neu erworbenen Fähigkeiten wesentlich zur Gestaltung der Arbeitsplätze, -prozesse und dem Wohlbefinden von Mitarbeitenden genutzt werden. Es wird wichtig sein, dass sämtliche Perspektiven einbezogen werden – die der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer.


So schnell wird aus einem Risiko ein Erfolgsfaktor! Liegt es daran, dass oft die Augen verschlossen werden und ein «Upside» nicht gesehen werden will?!? Der Corona-Virus und die damit einhergehende Pandemie wird in die Geschichte eingehen. Ebenso die Adaptionsfähigkeit unserer aktuellen Welt, der verschiedenen Regierungen und uns als Individuen.

Ich möchte Sie ermuntern, die vielen Chancen – neben den ganz vielen grossen Herausforderungen – zu sehen und zu nutzen. Sich auch mal auf die Schultern zu klopfen, wenn die geliebte Technik endlich das tut, was sie verspricht und sie ihre Videokonferenzen abhalten.

Was werden wir lernen und in das «new normal» nach der Pandemie retten? Ist es Remote work? Bei mir zeichnen sich erste Trends bereits ab und bin gespannt, wie sich diese weitere entwickeln.

Wie sieht es bei Ihnen aus?


Ihre

Sonja Stirnimann


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