• Sonja Stirnimann

Risiko – eine Frage der Toleranz

Aktualisiert: März 13

Einer der am häufigsten falsch verwendeten und falsch verstandenen Begriffe. Das Leben ist ein Risiko. Unternehmertum, Wirtschaft, Politik, Nachhaltigkeit, Sport – es gibt keinen Bereich unseres Daseins, der nicht das eine oder andere Risiko birgt. Wertfrei.



Die Definition des Risikos


Betrachten wir die Definition von Risiko genauer, werden wir uns bewusst, dass der Begriff als solcher bereits einige Tücken innehält, welche es näher zu untersuchen gilt.

„Kennzeichnung der Eventualität, dass mit einer (ggf. niedrigen, ggf. auch unbekannten) Wahrscheinlichkeitein (ggf. hoher, ggf. in seinem Ausmaß unbekannter) Schaden bei einer (wirtschaftlichen) Entscheidung eintritt oder ein erwarteter Vorteil ausbleiben kann.“

Ebenfalls im Zusammenhang mit dem Risiko und der Verantwortung der obersten Leitungsorgane, ist die sogenannte Risikotoleranz (auch Risikoappetit genannt) mit zu berücksichtigen. Zurück in die Welt der Verantwortung jedes einzelnen.


Von der Definition zum Appetit


Die Risikotoleranz definiert, wie hoch der Appetit ist, ein Risiko bewusst einzugehen.

Diese Risikotoleranz ist wiederum wegweisend für die operative Umsetzung der festgelegten Strategie eines Unternehmens.


Fehlt die eindeutige und messbare Definition der Risikotoleranz, wird für die operativ Verantwortlichen das Management der Risiken zu einer Herausforderung. Ich sehe im Alltag mit meinen Kunden genau diese fehlende Definition der Risikotoleranz als einer der grössten Stolperstein. Nicht absichtlich findet das Thema zu wenig prominent Einzug in den Traktanden. Die Folgen können verheerend sein.


Durch die Veränderungen der Bedingungen – im Konkreten die fortschreitende Digitalisierung– verändern sich die Risiken sämtlicher Marktteilnehmer. Diejenigen die mich kennen und schon in Referaten erlebt haben wissen, welche Grafik ich zur Visualisierung nutze. Vom Steinzeitmenschen zum digital lesbaren Code.


Eine Risiko-Beurteilung ist unabdingbar. Damit gehen mit mir die meisten einig. Diese zieht die relevanten Veränderungen mit ein, folgt der Strategie und dem Geschäftsmodell und würdigt die vorab definierte Risikotoleranz.


Anhaltender iterativer Prozess


Diese Wechselwirkung zwischen der sich verändernden Ausgangslage, Risikolandkarte und Risikotoleranz ist ein laufender, iterativer Prozess. Die periodisch durchgeführte Risiko-Beurteilung, welche in der Praxis oft eher in zu großen zeitlichen Abständen durchgeführt wurden, werden in der Gegenwart und Zukunft nicht mehr ausreichen, um adäquat auf die verschiedenen Veränderungen reagieren zu können.


Begründungen, wie: „unsere Risikolandkarte“ hat sich in den vergangenen 12 Monaten nicht verändert mögen den einen oder anderen Fragesteller zufrieden stellen. Erfahrungsgemäß stimmt das jedoch in der heutigen Zeit nicht mehr. Die Geschäftsmodelle sind einem laufenden Wandel unterzogen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.


Fakten für den Faktor Mensch


Fakt ist, dass der wichtigste Faktor auch im Zeitalter digitaler Informationen und der Digitalisierung als Gesamtbetrachtung bestehen bleibt. Der Mensch.


Unsere Tätigkeiten können nur bis zu einem absoluten Minimum «wegrationalisiert» werden. Und diesen Erfolgsfaktor effektiv und strategisch nutzen zu können, gilt es, diesen besser kennenzulernen und einige Aspekte im Besonderen zu berücksichtigen. Zum Beispiel die persönliche Risikotoleranz und die unserer Kollegen in den verschiedenen Gremien.


Ihre Sonja Stirnimann

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